BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne Bad Bramstedt

Ein Garten für Schmetterlinge - bei Tag und Nacht

15.10.26, 15-18 Uhr, mit Anmeldung!

02.10.26 –

Wir empfehlen den Workshop des Ortsnaturschutzbeauftragten Dr. Johann Schulze am Donnerstag, den 15. Oktober ab 15 Uhr im Schloss. Bitte anmelden! 

Bad Bramstedt. Sie flattern durch Grünanlagen, Gärten und entlang von Wegesrändern, doch viele Schmetterlingsarten sind gefährdet. Laut der aktuellen Roten Liste der Tagfalter und Widderchen Deutschlands sind von den 207 untersuchten Arten zehn ausgestorben, fast die Hälfte gilt als im Bestand gefährdet. Gerade jetzt im Herbst kann man im Garten viel für Schmetterlinge tun: Heimische Pflanzen setzen, verblühte Stauden stehen lassen und auf unnötige Beleuchtung verzichten. So können wir Gärten, Balkone und Grünflächen naturnäher gestalten und dazu beitragen die Vielfalt der Schmetterlinge und deren pflanzliche Grundlage zu erhalten.

Wie sich ein Garten mit einfachen Mitteln schmetterlingsfreundlich gestalten lässt, zeigt der Ortsnaturschutz Bad Bramstedt in Zusammenarbeit mit Lena Winkelmann, Leiterin des Projekts VielFALTERleben in Theorie und Praxis im Rahmen eines nun Mitte Oktober in Bad Bramstedt stattfindenden öffentlichen und kostenfreien Workshop (s.u.).

„Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist das schwindende Nahrungsangebot für die Raupen. Und ohne Raupen keine Falter“, erklärt Lena Winkelmann. Schmetterlingsraupen sind auf heimische Pflanzen spezialisiert, wie zum Beispiel Schlehe, Liguster, Weißdorn oder Faulbaum. In vielen Gärten dominieren aber vor allem exotische Zierpflanzen wie Hortensien, Buchsbaum, Kirschlorbeer oder Rhododendren. „Wer Schmetterlinge schützen möchte, sollte im Garten auf heimische Stauden und Gehölze setzen. Jetzt im Herbst ist die optimale Pflanzzeit dafür“, erklärt Winkelmann. Eine Liste geeigneter heimischer Pflanzen für Schleswig-Holstein stellt das Projekt VielFALTERleben auf seiner Website zur Verfügung.

Doch nicht nur die Wahl der Pflanzen, auch die Gartenpflege hat einen großen Einfluss darauf, ob Schmetterlinge geeignete Lebensräume finden. Wenn im Herbst Beete aufgeräumt, Stauden zurückgeschnitten und Laub entfernt werden, gehen wichtige Überwinterungsplätze verloren. Schmetterlinge überwintern je nach Art als Ei, Raupe oder Puppe – häufig direkt an oder in der Nähe ihrer Nahrungspflanze. Deshalb empfiehlt Winkelmann, im Herbst auf das „Schiermachen“ zu verzichten: „Lassen Sie verblühte Pflanzenstängel und Laub über den Winter stehen. Erst im Frühjahr, wenn die Tagestemperaturen konstant über 12 Grad liegen, können abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden.“ So bleiben Überwinterungsplätze und Nahrungsangebote für die kommende Schmetterlingsgeneration erhalten.

Mit den kürzer werdenden Tagen gewinnt außerdem ein weiterer Aspekt an Bedeutung: künstliche Beleuchtung. Während eine bedarfsgerechte Beleuchtung an Wegen oder Hauseingängen sinnvoll sein kann, sollten Gärten dunkel bleiben. Besonders nachtaktive Schmetterlinge werden durch künstliches Licht in ihrem natürlichen Verhalten gestört. Orientierung, Nahrungssuche, Paarung und Eiablage können dadurch beeinträchtigt werden. „Außenbeleuchtung sollte nur dort und dann eingeschaltet werden, wo sie wirklich gebraucht wird“, rät Winkelman. So lässt sich auch der Sternenhimmel besser beobachten. 

Workshop „Ein Garten für Schmetterlinge – bei Tag & Nacht“

Do., 15.10., 15 bis 18 Uhr in Bad Bramstedt, Schloss Bad Bramstedt, Bleeck 16, Bad Bramstedt

 Weitere Informationen und Anmeldung unter bund-sh.de/vielfalterleben.

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